Deutsch für Frauen, Grundstufe I (A1.1)

 
Kurs-/­Veran­staltungs­nummer: 410
Kursleiterin: Gudrun Tiefers-Sahafi
Alter, Zielgruppe: Sprachniveau A1.1
Räumlichkeiten: Haus Corneliusstraße 43, Raum 2 (Google-Maps)
Zeitraum: Di + Do, 02.02.2017   - 13.07.2017
Zeiten: 9 - 11.30 Uhr
Tage, (U)Std.: 40 Tag(e), 120 (U)Stunden
Kosten: 120,00 Euro
Kategorie(n): Sprachkurse Deutsch
Josefsviertel, Samtweberviertel, Nachbarschaft
Anmeldung
Lehr- und Arbeitsbuch: Berliner Platz 1, Langenscheidt Verlag.

Der Kurs wird als Angebot der Familienbildung mit einer kostenlosen Kinderbetreuung angeboten! Das ausgewiesene Kursentgelt ist ermäßigt! Die Teilnehmerinnen haben auf Antrag im Rahmen der zur Verfügung stehenden Fördermittel Anspruch auf eine Entgeltermäßigung.

Deutsch für Frauen - ein wichtiger Bestandteil in der Familienbildung

Seit langem werden in unserer Einrichtung Deutschkurse für ausländische Frauen angeboten. Diese unterscheiden sich von den üblichen Sprach- und Orientierungskursen in vielen Punkten. Die Kurse orientieren sich an der Lebenswelt der Migrantinnen und berücksichtigen deren individuelle Bedürfnisse. Die Frauen werden dort abgeholt, wo sie stehen, und auf einer Basis von Vertrauen und Offenheit dazu ermutigt, sich ihre Lebenssituation zu vergegenwärtigen und erste Schritte aus einer für sie häufig als unbefriedigend erlebten Zurückgeworfenheit auf die eigene Herkunftsgruppe oder gar aus der Isolation zu wagen.

Die Kurse richten sich an ausländische Frauen mit einem in Deutschland auf Dauer angelegten Aufenthaltsstatus. Insbesondere sind unter den Teilnehmerinnen häufig junge ausländische Frauen und Mütter, die im Rahmen der Familienzusammenführung nach Deutschland kommen und kaum eigene Familienangehörige haben, welche sie bei Alltagsproblemen um Unterstützung bitten können. Darüber hinaus bieten diese Kurse für Frauen aus traditionellen muslimischen Familien oft die einzige Möglichkeit, Bildungsangebote wahrzunehmen. Gleichzeitig tragen alle diese Frauen den Hauptanteil der Erziehungsleistung ihrer Kinder. Nachweislich kommt jedoch Ehefrauen und Müttern eine Schlüsselfunktion für den Verlauf und das Gelingen des Eingliederungsprozesses von Familien ausländischer Herkunft zu. Wie bereits im 6. Familienbericht der Bundesregierung gefordert ist der Stärkung der Fähigkeiten (empowerment) von Frauen und Müttern erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. Es gilt daher, Angebote zu machen, die Migrantinnen und deren gesamten Familie eine gleichberechtigte Teilnahme an unserer Gesellschaft ermöglichen.

Bei unseren Deutschkursen für Frauen wird die „Orientierung“ in unserer Gesellschaft neben der Sprachvermittlung gleichermaßen in Konzept und Durchführung berücksichtigt:

Die Angebote sind für viele Frauen wohnortnah und beanspruchen einen überschaubaren Zeitaufwand (zweimal pro Woche, vormittags innerhalb der Kindergarten- und Schulzeiten). Eine kostenlose Kinderbetreuung für kleinere Kinder findet im Haus statt, sodass sich der Besuch auch für die Mütter kleinerer Kinder realisieren lässt. Die Auswahl des Lehr- und Arbeitsmaterials wurde so vorgenommen, dass durch Übersichtlichkeit, Transparenz und einen klaren Lernweg der notwendigen Niederschwelligkeit Rechnung getragen wird, um auch bildungsungewohnte Frauen zu erreichen.

Die Kursleiterinnen haben eine wichtige Funktion innerhalb der Gruppen, die sich durch große ethnische, religiöse und politische Vielschichtigkeit auszeichnen. Sie fungieren oft als Vorbild/ Beraterin und können nur mit bewusstem Umgang und Hintergrundwissen eine konstruktive Auseinandersetzung über das Leben in der Migration einleiten und die Öffnung gegenüber der als fremd wahrgenommenen Kultur anregen. Neben der Kenntnis des zu vermittelnden Stoffes sind dabei praktische Erfahrungen und der Zugang zu den Teilnehmerinnen Voraussetzung. Bei unseren Kursleiterinnen sind sowohl eine langjährige Erfahrung mit unterschiedlichen Frauengruppen als auch ein sozialwissenschaftlicher Hintergrund vorhanden.

Innerhalb der Frauenkurse ist die Sprachorientierung von großer Bedeutung. Deutschkenntnisse sind für die Frauen der Schlüssel zur Kommunikation in Deutschland und es gilt, ihr Interesse am Erwerb dieser Sprache nachhaltig zu wecken. Die ausschließlich auf Deutsch stattfindende Behandlung unterschiedlicher lebensweltorientierter Themen soll die Frauen mit der deutschen Sprache vertrauter machen, möglicherweise bestehende Hemmschwellen abbauen und sich für sie durch Alltagstauglichkeit direkt „auszahlen“. Dabei helfen methodisch Gruppenarbeit, Rollenspiele und Alltagsszenen, die sich am Kenntnisstand der Teilnehmerinnen orientieren.

Über die Themenstellung des Lehr- und Arbeitsbuches hinaus spielen folgende Bereiche bei der inhaltlichen Ausgestaltung eine große Rolle:

1.) Biografiearbeit unter Berücksichtigung von Kulturmustern und Kulturerleben

Rollenverständnis als Frau in Deutschland und im Herkunftsland
Frauenbilder
Was ist Deutschland für mich/ meine Familie?
Welches Deutschlandbild habe ich?
Auseinandersetzung mit migrationsbedingter Trennungs- und Verlusterfahrung
Welchen Stellenwert hat die deutsche Sprache für mich?

2.) Vermittlung von Kenntnissen über die deutsche Gesellschaft

Fremdheit und Ängste, häufig durch Unkenntnis hervorgerufen, können zur Abschottung gegenüber der Aufnahmegesellschaft führen. Themen wie Kindererziehung, Lernen in Kindergarten und Schule, Krankenpflege, Ernährung, Behördengänge oder Konfliktbewältigung ermöglichen die Kombination aus Wissensvermittlung und Erfahrungslernen. Sie verbessern das Vorankommen von Eltern und Kindern in der neuen Gesellschaft und bieten die Möglichkeit, sich mit der neuen Heimat zu identifizieren.

3.) Stärkung der Erziehungskompetenz

Da in den Familien der Grundstein gelegt wird für vielfältige Lernerfahrungen sind wir in unseren Kursen bemüht, zu einer besseren Verzahnung zwischen Elternhaus und Kindertageseinrichtung, bzw. Schule beizutragen. Die Mütter bekommen vielfältige Anregungen, wie und in welcher Beziehung sie ihre Kinder unterstützen und fördern können. Sie werden an weiterführende Angebote unserer Familienbildungsstätte wie Stillgruppe, Säuglingspflege, Eltern-Kind-Gruppen, Spielgruppen, Hausaufgabenbetreuung u. v. m. herangeführt.

4.) Information über das deutsche Schulsystem

Um Elternarbeit von und mit Migrantinnen zu intensivieren und Schwellenängste abzubauen, ist es notwendig, angemessen über das deutsche Schulsystem zu informieren, Einschulung, Schulfähigkeit, Schulpflicht, Fernbleiben vom Unterricht und seine Konsequenzen, Elternarbeit, Notengebung und Hilfe bei Schulproblemen.

5.) Gesundheit

Hier besteht ein großer Informationsbedarf:
Familienplanung, Schwangerschaftsvorsorge, Frauenkrankheiten
Gesundheitsvorsorge (Früherkennungsuntersuchungen)
Kinderkrankheiten, Impfungen
Ernährung
Unfallgefahren im Alltag, Erste Hilfe
Krankenkassen mit ihren Leistungen, Haus- und Fachärzte, Krankenhäuser

6.) Alltagsbewältigung / Orientierung in der Stadt / im Stadtteil

Normen und Gebräuche
Religion
Deutsche Kultur
Hausordnung (z. B. Mülltrennung und -vermeidung)
Institutionen und Einrichtungen wie Rathaus, Ämter, Bücherei, Museen, Post, Bank, Freizeiteinrichtungen, Wochenmarkt und Beratungsstellen

7.) Lebensplanung

Was habe ich mit Arbeit zu tun?
Kennenlernen von Berufsfeldern
Welche beruflichen Qualifikationen sind vorhanden? Informationsbedarf?

Mangelnde Sprach- und Alltagskompetenzen führen zu einer stark eingeschränkten Kommunikations- und Handlungsfähigkeit mit der Folge, dass Migrantinnen der Zugang zu beruflicher Bildung, zum Arbeitsmarkt und zur Gesellschaft allgemein weitgehend verwehrt bleibt und sie ihre Kinder nicht in der Sprache der Aufnahmegesellschaft fördern können.

Deutschkurse für Frauen greifen die Kompetenzen und Ressourcen von Frauen auf, machen sie sichtbar und entwickeln sie weiter. Sie unterstützen Frauen dabei, ihre Stärken zu sehen und verfolgen dabei auch die Absicht, diese selbstbewusster und unabhängiger werden zu lassen. Durch das sozialräumliche Vertrauensverhältnis sind diese Kurse ein gutes Mittel zur Integrationsförderung und tragen so auch dazu bei, der Bildung von Parallelgesellschaften entgegenzuwirken.
Mit freundlicher Unterstützung der Corporate Foundation Air Liquide
Integrationskurse bei der VHS Krefeld

Die Bürgerinitiative Rund um St. Josef bietet keine eigenen Integrationskurse an. Bitte wenden Sie sich an unseren Kooperationspartner, die Volkshochschule Krefeld.

Volkshochschule Krefeld
Von-der Leyen-Platz 2, 47798 Krefeld
Telefon 3660 2690 und 3660 2658
E-Mail: VHS Krefeld
Das VHS-Programm online

Beratungszeiten (auch ohne vorherige Anmeldung):
Dienstag, 10 bis 12.30 Uhr, und Donnerstag, 16 bis 18 Uhr (Frau Schlimnat, R 06)


Es gelten unsere Teilnahmebedingungen. Für Ihre Anmeldung werden folgende Angaben benötigt:

TeilnehmerIn



Kontaktdaten





Bankverbindung

Die Anmeldung ist nur in Verbindung mit dem Lastschriftverfahren möglich.

Meine Bankverbindung ist in der BI bekannt.Meine Bankverbindung lautet wie folgt:






*IBAN und BIC ersetzen die nationalen Kontoangaben, also die in Deutschland gewohnten Kontonummern und Bankleitzahlen. Seit Februar 2014 sind Überweisungen und Lastschriften nur noch mit IBAN und BIC möglich.
Weitere Informationen zum einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum SEPA: www.sepadeutschland.de

Anmerkungen

Wenn Sie uns noch etwas zu Ihrer Anmeldung mitteilen möchten, können Sie das hier tun.

Bestätigen und senden

Ich habe die Teilnahmebedingungen gelesen und erkenne sie an.

Suchbegriffe zu diesem Kurs: Josefsviertel, Samtweberviertel, Rund um St. Josef