Deutschkurs für Neuzuwanderer

 
Kurs-/­Veran­staltungs­nummer: 350
Kursleiterin: Rita Kalwa
Alter, Zielgruppe: Zuwanderer/Geflüchtete ab 16 Jahre
Räumlichkeiten: Haus Corneliusstraße 43, Vortragsraum 1 (Google-Maps)
Zeitraum: Mi, 07.02.2018   - 11.07.2018
Zeiten: 9 - 11.30 Uhr
Tage, (U)Std.: 20 Tag(e), 60 (U)Stunden
Kosten: 60,00 Euro
Kategorie(n): Sprachkurse Deutsch
Josefsviertel, Samtweberviertel, Nachbarschaft
Direktanmeldung in der Einrichtung
Deutsch lernen für Neuzuwanderer. Sprachförderung und erste Orientierung

Konzept

Ziel des Kurses ist es, den Teilnehmern (TN) ein erstes lebensnahes Sprachhandeln zu ermöglichen und sie so bei der Bewältigung der alltäglichen Anforderungen zu unterstützen. Der Schwerpunkt liegt auf der mündlichen Ausdrucksfähigkeit und dem Leseverstehen im Alltag.

Der Kurs richtet sich an neu zugewanderte Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahre. Dabei handelt es sich primär um Personen ohne oder mit nur sehr geringen Deutschkenntnissen, die von der Teilnahme an einem Integrationskurs (noch) ausgeschlossen sind. Ihre Aufenthaltsperspektive in Deutschland und ihre Zukunft sind ungewiss. Die meisten von ihnen haben kaum soziale Kontakte zur Mehrheitsgesellschaft. Dennoch müssen sie sich während dieser Zeit im unmittelbaren Lebensumfeld orientieren und in typischen Alltagssituationen auf Deutsch verständlich machen.

Hinsichtlich ihrer Lern- und Bildungsvoraussetzungen unterscheiden sich die TN unter Umständen sehr stark voneinander. Das Spektrum reicht dabei von Menschen, die nicht alphabetisiert sind bzw. das lateinische Schriftsystem nicht oder nur unzureichend beherrschen bis hin zu solchen, die in ihrem Heimatland höhere Bildungsabschlüsse erworben und in hoch qualifizierten Berufen gearbeitet haben.

Die Lebenssituation der TN weicht häufig deutlich von der Lebenssituation „klassischer“ Sprachkursteilnehmer ab. Oft sind sie aus einer Notsituation heraus nach Deutschland gekommen, unfreiwillig, traumatisiert durch die Erlebnisse in ihrem Herkunftsland, gleichzeitig aber mit ungewisser Aufenthaltsperspektive. Die spezifische Lebenssituation der TN wirkt sich auf ihr Verhältnis zur neuen Sprache sowie auf den Unterricht direkt und indirekt aus.

Auch an die Kursleitung werden spezifische Anforderungen gestellt. Sie muss sich Kenntnisse über die Lebenssituation der TN aneignen und Verständnis dafür aufbringen. Eine wichtige Aufgabe ist es, Verbindlichkeit herzustellen. Das setzt Empathie und interkulturelle Kompetenz voraus.
Dennoch ist davon auszugehen, dass die meisten TN über ein hohes Maß an Hilfsbereitschaft und gegenseitiger Solidarität verfügen, sodass rasch ein positives Kursklima entstehen kann. Hohe Motivation und Lernbereitschaft bei freiwilliger Teilnahme am Kurs ermöglichen dennoch konzentriertes Lernen.

Bezogen auf die Unterrichtsinhalte gilt, dass der direkte Realitätsbezug höher und unmittelbarer als im herkömmlichen Deutschunterricht ist. Ziel ist es, Kenntnisse über die Themengebiete zu vermitteln, die für die TN von besonderer Wichtigkeit sind.
Erste Sprachorientierung. Hemmschwellen werden abgebaut und das Interesse am Spracherwerb nachhaltig geweckt.
Erlernen alltagsrelevanter Kommunikationsformen
(Begrüßung, Verabschiedung, Duzen - Siezen, Regeln verstehen, Redewendungen für kleine Dialoge erlernen, Gesprächssituationen bei Ämtern, im Geschäft und am Telefon trainieren).
Alltagsbewältigung, d. h. sich mithilfe des Erlernten aktiv im neuen Lebensraum bewegen können (öffentliche Verkehrsmittel benutzen, Wegbeschreibungen verstehen, Briefe, Verträge und Wohnungsanzeigen lesen können, Bankgeschäfte tätigen).
Sitten und Gebräuche in Deutschland kennenlernen/ lokale Besonderheiten.
Über sich und andere Personen sprechen/ soziale Kontakte.

Auch potentiell problematische Themenbereiche sind nicht von vorneherein ausgeschlossen. Es gilt, Aspekte dieser Art sensibel zu thematisieren, ohne sie ganz zu meiden. Vielmehr bewirkt das Öffnen solcher Themenkreise bei den TN, dass sie konkret das kulturelle Interesse an der eigenen Person und ihren Herkunftsländern erfahren. Dadurch haben sie die Möglichkeit, über ihr Herkunftsland etwas Positives zu erzählen. In ihnen wird das kulturelle Bewusstsein geweckt und die Wahrnehmung für Andere und Anderes geschult. Das wiederum ist wichtig, um in der für die TN neuen, anderen Umgebung zurechtzukommen.

Die methodische Umsetzung erfolgt durch Wortschatzarbeit in Form von Chunks, Rollenspielen, Dialogtraining als Partner- und Hörübung. Die mündliche Kommunikation und die Freude am Sprechen stehen dabei im Vordergrund. Phonetische Übungen werden in das jeweils thematische Konzept eingebettet.

Die Auswahl des Lehr- und Arbeitsmaterials erfolgt so, dass durch Übersichtlichkeit, Transparenz und einen klaren Lernweg der oft notwendigen Niederschwelligkeit Rechnung getragen wird. Dabei ist der Einsatz von authentischen Lernmaterialien wie Stadt- und Fahrplänen, Werbeprospekten, Flyern oder Ähnlichem für das Erreichen des Lernziels „Erstorientierung“ wesentlich. Für den Bereich der Grammatik gilt, stark vereinfachte, sehr klare und anschauliche Erklärungsmodelle mit vielen Beispielen zu finden, die zunächst keinerlei Terminologie oder Vorwissen voraussetzen.

Das Vertrautwerden mit dem Ort, an dem der Sprachunterricht stattfindet, und den unterschiedlichen Personen in der Einrichtung baut Hemmschwellen ab und führt die TN an weitere Angebote der Familienbildung heran wie wöchentliche Treffs oder Erzähl- und Kulturcafés für Geflüchtete und Neuzuwanderer.

Ein erster Schritt auf dem Weg des „Empowerment durch Sprache“ ist die Stärkung von Selbstbewusstsein und Sicherheit im Alltag. Dies verbindet sich mit der Vermittlung von Kultur, dem Aufzeigen und (Wieder-)Erlernen von Strukturen und grundlegenden Sprachkompetenzen. Auf dieser Grundlage kann ein solches Kursangebot als erste Orientierung und als Integrationssprungbrett bei einem möglicherweise später auf Dauer angelegten Aufenthalt greifen.
Integrationskurse bei der VHS Krefeld

Die Bürgerinitiative Rund um St. Josef bietet keine eigenen Integrationskurse an. Bitte wenden Sie sich an unseren Kooperationspartner, die Volkshochschule Krefeld.

Volkshochschule Krefeld
Von-der Leyen-Platz 2, 47798 Krefeld
Telefon 3660 2690 und 3660 2658
E-Mail: VHS Krefeld
Das VHS-Programm online

Beratungszeiten (auch ohne vorherige Anmeldung):
Dienstag, 10 bis 12.30 Uhr, und Donnerstag, 16 bis 18 Uhr (Frau Schlimnat, R 06)

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