Traumwerkstatt Herzbunt. Biografisches Theater- und Tanzprojekt mit Kindern aus aller Welt

 
Kurs-/­Veran­staltungs­nummer: 680
Projektleiterin: Andrea Crusius
Alter, Zielgruppe: ab 10 Jahre
Räumlichkeiten: Gymnastikhalle Dreikönigenstraße 153 (Google-Maps)
Zeitraum: Mi, 05.09.2018   - 19.12.2018
Zeiten: 16 - 19 Uhr
Tage, (U)Std.: 18 Tag(e), 69 (U)Stunden
Kosten: 0,00 Euro
Kategorie(n): Tanz, Orientalischer Tanz, Tanztheater
Medien, Theater, Sprachförderung, Lesen
Direktanmeldung in der Einrichtung

Ein Tanz- und Theaterprojekt mit deutschen und geflüchteten Kindern ab 10 Jahren

Afrika gilt als die Wiege der Menschheit. Ihre Wurzeln liegen in diesem Kontinent. Doch durch die Jahrhunderte hindurch haben die Menschen sich in den verschiedenen Kontinenten und Ländern verändert und den Begebenheiten angepasst. Aussehen, Sprachen und Kulturen entwickelten sich weiter und haben uns zu der großen bunten Menschenmenge gemacht, die wir heute sind.
Aber: Die Wurzeln bleiben bestehen. Wir sind alle verschieden und doch alle gleich.
Wir alle haben Träume und Wünsche, die sich manchmal unterscheiden, sich aber oft auch gleichen. Ob aus Marokko, Lappland oder Deutschland: Alle Kinder haben Zukunftsträume und Wünsche für ihr Leben. Und in der ganzen Welt sind es vor allem die Kinder, die, wenn sie andere Kinder treffen, aufeinander zugehen und miteinander spielen. Ganz gleich, ob sie eine Sprache sprechen oder nicht. Grenzenlos. Neugierig. Wer bist du? Wer bin ich?

Wünsche haben und Illusionen bewahren. Der Traum von einem Beruf. So kann das kleine Mädchen aus Afghanistan genauso wie ein Mädchen aus Schweden den Wunsch haben, Lehrerin zu werden. Oder sich einen Hund wünschen. Oder schönes Wetter, damit es im See schwimmen kann. Ob diese Träume in Erfüllung gehen, ist natürlich nicht immer gewiss. Aber Illusionen bewahren und niemals aufhören zu wünschen schon.
Dafür müssen wir den Sinn für das Wesentliche haben und bewahren. Die Fragen „Was ist mir wichtig?“, „Was macht mich aus?“ sowie die Offenheit für Neues helfen bei der Verwirklichung unserer Ziele.

„Im Tal der Windmühlen haben die Bewohner das Wünschen verlernt, denn sie besitzen Maschinen, die ihnen auf Knopfdruck perfekte Momente vorgaukeln. Nur Anna, die Schneiderin, hat sich das Träumen bewahrt. Und so glaubt sie ganz fest daran, dass sie einem Riesen seinen Herzenswunsch erfüllen kann: Er möchte fliegen! Doch wie verhilft man einem Riesen dazu, schwerelos zu schweben wie eine Feder?“

Die Geschichte von Agnes de Lestrade über das Bewahren von Herzenswünschen wird als roter Faden durch das Projekt führen.

Umsetzung

In intensiven Schreibwerkstätten schreiben und sammeln wir biografische Texte der Kinder rund um das Thema Wünsche und Träume und entwickeln ein Drehbuch.

  • Kennenlernübungen und Warm Ups

  • Erzählen der Geschichte „Im Land der Pusteblumen“

  • Übungen zur Konzentration und Sensibilisierung

  • Generierung biografischen Materials zum Thema Träume (Was sind meine Träume?, Wie setze ich sie um?. Was passiert, wenn Träume in Erfüllung gehen?, Welche Hindernisse kommen auf mich zu?)

  • Vertiefung der Geschichte durch intensive Schreibwerkstätten ( Sammeln und Abstrahieren biografischer Texte zuerst in Kleingruppen, später in der ganzen Gruppe)

  • Erarbeiten gemeinsamer Texte und erste Versuche der szenischen Umsetzung (z.B. Ein Kind schreibt einen Satz zu einem persönlichen Erlebnis. Das letzte Wort bildet den Anfang für das nächste Kind bzw. den nächsten Satz. Erst am Ende sehen die Teilnehmer, was die anderen geschrieben haben, und setzen dann mögliche künstlerische Theatermittel für diese Szenen fest. Oder: In Briefform schreiben die Kinder Briefe an Freunde und Familie und überlegen dann, wie diese sich szenisch umwandeln ließen.)

  • Standbilder zu Kernbegriffen erarbeiten: Um aus den Kernbegriffen der Geschichten / texte Szenen zu entwickeln, werden Gefühle in Standbildern dargestellt. Durch die Verbindung der Standbilder entstehen Szenenbausteine.

  • Verfeinerung der Szenen im Feedbackverfahren: Durch das Feedbackverfahren werden die am besten geeigneten Szenen ausgewählt und verfremdet. Die Gruppe erhält dadurch ein Gemeinschafts- und Verantwortungsgefühl für das Projekt.

  • Alle erarbeiteten Szenen werden auf einer großen Tapetenrolle so lange hin und her verschoben, bis sich eine sinnvolle Reihenfolge ergibt. Übergänge müssen gefunden und so eingesetzt werden, dass die Abfolge flüssig ist.

  • Die Rolle des Erzählers wird geschaffen, um dem Stück eine Struktur zu geben und um Texte und Szenen miteinander zu verbinden.

  • Das Drehbuch wird fertiggestellt.



Biografisches Theater

Die Situation der Flüchtlinge in Deutschland ist zum aktuellen Zeitpunkt in Medien und Politik ein brisantes und kontrovers diskutiertes Thema und beschäftigt auch die Kulturszene.

Das biographische Theater schöpft aus der Lebens- und Erlebenswelt eines jeden Teilnehmers. Es geht dabei nicht darum, das Erlebte eines Einzelnen realistisch abzubilden, sondern vielmehr um einen kollektiven Erfahrungshorizont. Persönliche Gedanken, Gefühle und Lebenserfahrungen einzelner werden mit Methoden der Ästhetisierung entfremdet und bieten damit die Grundlage für das szenische Material, das wie eine Collage zusammengesetzt wird. So entsteht ein eigenständiges Werk, das sich durch viele Eigenanteile und Beiträge der Teilnehmer auszeichnet.

Das Ziel des biografischen Theaters ist, mit Theater und Tanz, also Sprache und Bewegung, den Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, sich mit ihrer eigenen Identität und Lebenssituation auseinanderzusetzen, ihre eigenen Geschichten und ihre individuellen Schicksale anderen Menschen nahe zu bringen. Über die Arbeit im biografischen Theater entsteht ein Raum für Austausch zwischen den Kulturen, ein Kennenlernen wird gefördert und das Fremde kann bekannt werden. Dies fördert den interkulturellen Meinungsaustausch. Mögliche Hemmschwellen, zum Beispiel religiöse, politische oder kulturelle können überwunden und Vorurteile abgebaut werden.

Ziele

Das Hauptziel theaterpädagogischer Arbeit ist das theatrale Bearbeiten biografischer Themen.
Ein weiteres Ziel ist die Persönlichkeitsstärkung durch Persönlichkeitsbildung. Gerade Kinder und Jugendliche können mit dieser Arbeit ihr Selbstbewusstsein stärken und ausbauen.

Pädagogisches Konzept

Das pädagogische Konzept basiert auf einen prozessorientierten Ansatz. Das heißt, dass erwünschte Ergebnisse sich effizienter erreichen lassen, wenn Tätigkeiten und dazugehörige Ressourcen als Prozess geleitet und gelenkt werden. Infolgedessen geht die individuelle Perspektive nicht verloren und zugleich wird die gemeinschaftliche Perspektive gefördert. Das Ziel ist in erster Linie nicht die Herstellung des Produkts „Drehbuch“ oder „Aufführung“, sondern die Bearbeitung biografischer Themen. Dies geschieht durch Reflexion. Im Vordergrund steht der kreative und künstlerische Umgang mit Kommunikation. Die Spieler erzählen ihre eigenen Geschichten und setzen diese über Theater und Tanz performativ um.

Die vorhandenen Sprachbarrieren stellen eine Herausforderung dar, öffnen aber auch neue Wege von Ausdrucksmöglichkeiten: Ist zum Beispiel die deutsche Sprache erst eingeschränkt vorhanden, versetzt das den Spieler in die Lage kreativ zu werden und nach anderen Möglichkeiten zu suchen, (sich) zu erforschen und auszudrücken.

Stilmittel

Sprache, Bewegung, Tanz, Theater
Ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit NRW e. V. und der Landesarbeitsgemeinschaft Kulturpädagogische Dienste / Jugendkunstschulen NRW e. V., gefördert durch das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW

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